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Einschienenbahn oder Hängebahn müsste die Wuppertaler Schwebebahn eigentlich heißen. Denn der Technik nach schwebt sie nicht  (Foto: dpa) Einschienenbahn oder Hängebahn müsste die Wuppertaler Schwebebahn eigentlich heißen. Denn der Technik nach schwebt sie nicht
Foto: dpa

Hängend von Haltestelle zu Haltestelle

Eine Straßenbahn oder U-Bahn gibt es in vielen Städten. Ihre Doppelgleise verlaufen direkt auf der Straße. Manchmal führen sie unter die Erde durch Tunnels. Nicht so in Wuppertal. Da haben die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs immer eine tolle Aussicht, wenn sei aus dem Fenster schauen.

In der Stadt in Nordrhein-Westfalen gibt es nämlich eine Hochbahn. Dank eines Traggerüsts aus schrägen Stützpfeilern schwebt sie über der Erde. Manchmal sogar zwölf Meter über dem Wasser. Denn über eine Länge von zehn Kilometern folgt die Strecke dem Lauf der Wupper. Die Wupper ist ein Fluss. In 30 Minuten legt die Bahn 13,3 Kilometer von einer Endhaltestelle zur anderen zurück, in einer Reisegeschwindigkeit von 26 Kilometern pro Stunde.

Eröffnet wurde die Wuppertaler Schwebebahn am 1. März 1901. Dieser Name führt allerdings in die Irre. Denn technisch gesehen handelt es sich bei dem Fahrzeugtyp um eine Einschienenbahn, genauer noch um eine Hängebahn. Eine echte Schwebebahn würde dagegen elektromagnetisch funktionieren. Hier hätten Fahrweg und Fahrzeug keinen direkten Kontakt. Bei der Wuppertaler Schwebebahn ist das nicht so.

Warum die Hochbahn den nicht ganz richtigen Namen Schwebebahn bekam, ist nicht bekannt. Fest steht: Ursprünglich hieß sie nach dem Ingenieur, der sie entwickelt hatte: Einschienige Hängebahn System Eugen Langen. Doch die Wuppertaler und der Rest der Welt sagen einfach Schwebebahn.

Als die Bahnstrecke mit einem Zug aus hängenden Waggons geplant wurde, war die Idee umstritten. Manche Leute sprachen damals von einem „wahnsinnigen Unterfangen“. Sie meinten, so einem „schwebenden Teufelswerk“ könne man sein Leben nicht anvertrauen.
Doch nur einmal in der mehr als hundertjährigen Geschichte der Bahn gab es tatsächlich Tote. Das ist noch gar nicht so lange her. Am 12. April 1999 stürzte ein Triebwagen in die Wupper. Fünf Fahrgäste starben dabei, mehr als 40 wurden verletzt. Der Grund für diesen Unfall waren Nachlässigkeiten bei Umbauarbeiten am Gerüst.

Längst gilt die Schwebebahn als Wahrzeichen Wuppertals. Seit 1997 steht sie unter Denkmalschutz. Bis heute ist die Hochbahn ein wichtiges Verkehrsmittel durch das teilweise enge Tal der Wupper. Wer mit der Einschienenbahn fahren möchte, muss in Wuppertal die Stadtbahn-Linie 60 nehmen. Dann heißt es: Augen auf und staunen!

Julia Lutzeyer